320/2027: Wie viel Verwahrlosung darf sein? Selbstbestimmung, Selbstvernachlässigung und die Grenzen professioneller Hilfe
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Beschreibung
Wie viel Unordnung, Rückzug oder Selbstvernachlässigung gehört zur selbstbestimmten Lebensführung – und wann wird daraus eine Situation, in der Menschen Unterstützung oder Schutz benötigen?
Fachkräfte in der Eingliederungshilfe erleben immer wieder Menschen, die ihre Wohnung zunehmend vernachlässigen, sich kaum noch um Körperpflege, Ernährung oder gesundheitliche Belange kümmern, soziale Kontakte abbrechen oder Hilfsangebote ablehnen. Für die Betroffenen selbst kann dies Ausdruck ihrer individuellen Lebensweise sein – zugleich können erhebliche gesundheitliche, soziale oder existenzielle Risiken entstehen.
Damit stellt sich eine zentrale fachliche Frage: Wo endet das Recht auf Selbstbestimmung und wo beginnt unsere professionelle Verantwortung?
Die Fortbildung nimmt Situationen von Selbstvernachlässigung und Desorganisation im Alltag in den Blick. Sie vermittelt Hintergrundwissen zu möglichen psychischen, körperlichen und biografischen Ursachen und unterstützt dabei, Verhaltensmuster besser zu verstehen und Risiken fachlich einzuschätzen.
Schwerpunkte
- Selbstvernachlässigung und Desorganisation: Begriffe, Erscheinungsformen und Abgrenzungen
- Verhaltensmuster verstehen statt vorschnell bewerten
- Selbstbestimmung, Selbstbestimmung und persönliche Lebensführung im Spannungsfeld mit Schutz und Fürsorge
- Risiken und Gefährdungssituationen fachlich einschätzen
- Zugang finden und Motivation zur Annahme von Unterstützung fördern
- Umgang mit Ablehnung, Scham und Rückzug
- Möglichkeiten und Grenzen professioneller Unterstützung
- Zusammenarbeit mit Angehörigen und dem sozialen Umfeld
- Reflexion der eigenen Vorstellungen von Ordnung, Sauberkeit, Hygiene und „gelingendem“ Wohnen
- Entwicklung einer professionellen Haltung zwischen Akzeptanz, Unterstützung und Verantwortung


