623/2026: Fortbildung Systemische Männerberatung
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Kursgebühren Kursgebühren für Mitglieder (DAFW) Bemerkungen zu den Kosten |
Beschreibung
Männer suchen selten Beratung
Die meisten Männer lernen – bewusst oder unbewusst – in ihrer Sozialisation, Probleme allein lösen zu müssen: „Selbst ist der Mann“. So vermeiden sie es häufig, Schwierigkeiten einzugestehen oder nach Hilfe zu fragen. Selbst in akuten Krisen wird vermieden eine Beratungsstelle aufzusuchen. Man(n) will ja keine Schwäche zeigen…
In der Forschung wird dies wesentlich darauf zurückgeführt, dass Jungen und Männer beim Aufwachsen den Zugang zu ihren Gefühlen verlernen – ein Phänomen, welches sich auch über den Generationenwandel hartnäckig hält.
Deshalb ist die Klientel von vielen Beratungsstellen überwiegend weiblich. Deshalb haben sich auch die Einrichtungen und das Fachpersonal darauf eingestellt. Deshalb ist die eigene Öffentlichkeitsarbeit daran ausgerichtet. Selten wird berücksichtigt, dass die meisten Männer eine Ansprache benötigen, die sensibel auf männliche Denkmuster und Gefühlswelten einzugehen versteht.
Genau bei diesen Herausforderungen setzt die Fortbildung „Systemische Männerberatung“ an. Zum einen wird das Spezifische der Beratung für Männer in den Fokus genommen und ein niederschwelliger Zugang anvisiert. Zum anderen werden die Berater*innen für klassische Männerthemen professionalisiert. Dies passiert anhand inhaltlicher Module, die die wichtigsten Themenbereiche männlichen (Er)Lebens aufgreifen und mit bewährten Methoden das beraterische Handwerkszeug erweitern.
Schließlich machen die Berater*innen in vorhandenen Angeboten zur Männerberatung die Erfahrung, dass ihre Klienten eine hohe Bereitschaft zeigen sich emotional mitzuteilen, wenn das Setting stimmt und der Vertrauensraum groß genug ist.
Wie können Sie noch besser auf die Bedürfnisse von Männern eingehen? Wie kann Beratung gestaltet werden, damit Männer sich von Ihrem Angebot angesprochen fühlen? Die Fortbildung „Systemische Männerberatung“ vermittelt, wie eine auf männliche Denk- und Gefühlswelten zugeschnittene Beratung, Information und Begleitung umgesetzt werden kann. Sie befähigt die Teilnehmer*innen, zentrale Lebensthemen von Männern reflektiert und geschlechtersensibel zu bearbeiten.
Mit der langjährigen Expertise des Dozenten-Teams in der geschlechtersensiblen (Männer)Arbeit deckt die Fortbildung die große Bandbreite männlicher Erfahrungsräume ab und trägt zur Bereicherung der Beratungslandschaft mit in Männlichkeit(en) geschulten Berater*innen bei. Unser Angebot:
Eine Einladung zum Perspektivwechsel – fundiert, zugänglich und direkt aus der Praxis
Anmeldung auch über: https://www.maennerberater-fortbildung.de/fortbildung/
Schwerpunkte
Die Fortbildung umfasst 10 thematische Module sowie 6 zusätzliche Supervisionseinheiten. Dabei werden folgende Thematiken geschlechtersensibel reflektiert:
Modul 1: Kennenlernen
Programmvorstellung, Grundlagen, Beratungskontext, Biographiearbeit,Lerngruppen-Bildung (Peer-Group), Haltung, Zugänge
Modul 2: Umgang mit Emotionen
Emotionen und Körperempfindungen, Emotionalität begrenzen und halten, Arten von Gefühlen, Emotionale Selbstfürsorge, Emotionen in der Beratungssituation
Modul 3: Männlichkeiten im Wandel
Sozialisation, Intersektionale Perspektiven, Queere Lebensweisen, Biologie und Gesellschaft, Genderverständnis, Rollenbilder, Männerbilder
Modul 4: Körper und Gesundheit
Gesundheitskonzepte, Körperlichkeit und Selbstbezug, Berater*in und Beratener, Gesundheitsverhalten und Selbstsorge, besondere Herausforderungen für Männer, Gesundheitsförderung und Unterstützung
Modul 5: Migration und Männlichkeiten
Diversity-Vertiefung, Medienbilder, Selbstbild – Fremdbild, Macht und Diskriminierung, Weiß-Sein als Ressource, Unsicherheit im Beratungssetting, Arbeit mit Vermittler*innen
Modul 6: Gewalt, Konfliktlösungsstrategien
Gewaltbesetzte Konfliktlösungen, Biografische Gewalterfahrungen, Männlichkeit als Ressource, Gewalterfahrungen im öffentlichen Raum, Männer als Betroffene von Häuslicher Gewalt
Modul 7: Familie, Vaterschaft, Care
intergenerationaler Kontext, Familienmodelle, Werdende Väter, Vater sein, „neue Väter“, Queere Paare und Kinder, Transkulturelle Familien, Pflege- und Adoptivfamilien
Modul 8: Beziehungsgestaltung in Partnerschaft und Liebesbeziehungen
Beziehungsmodelle und -möglichkeiten, Beziehungsdynamiken, Kommunikation in Beziehungen, Konfliktverständnis und -verhalten, Nähe-Distanz in Partnerschaften, Sexualität und Intimität, Selbstkonzept und Identität, Bedürfnisarbeit
Modul 9: Arbeitswelt, Berufsausstieg
Arbeit und männliche Identität, Hierarchien, Arbeitslosigkeit, Vereinbarkeit, Ernährer-Rolle, Konkurrenz, Macht/Gewalt, Gewalt am Arbeitsplatz, Work-Life-Balance
Modul 10: Kolloquium und Abschlussfest
eigenes Thema erarbeiten und präsentieren
3 x Supervision (je 2 Tage)
Zugangsvoraussetzung
Die wichtigste Voraussetzung ist, dass Ihnen die Beratungspraxis aus Ihrem beruflichen Kontext bekannt ist. Unsere Fortbildung wird besonders durch die Supervisionstage die individuelle Beratungspraxis reflektieren und begleiteten. Des Weiteren sind Interesse und Offenheit, zu den Themen der Module in einen fachlichen Austausch zu kommen, wichtige Fundamente für die Fortbildung.
Bemerkungen
Diese Fortbildung wird in Kooperartion mit der Landesfachstelle Männerarbeit bei der Landesarbeitsgemeinschaft Jungen- und Männerarbeit Sachsen e.V. durchgeführt.
Teilnehmer*innen können mglw. eine individuelle Förderung über landesspezifische Programme beantragen. In Sachsen etwa über die SAB.
Zu den angegebenen Kosten wird zusätzlich eine einmalige Bearbeitungs- und Anmeldegebühr von 150 € erhoben.
Nach erfolgreich absolvierter Fortbildung erhalten Sie ein Zertifikat der Liga der Freien Wohlfahrtspflege in Sachsen.
Bemerkung zu Uhrzeiten:
jeweils Montag 10:00 – 17:00 Uhr, Dienstag 10:00 – 17:00 Uhr und Mittwoch 9:30 – 15:30 Uhr |
Außnahme Modul III: Freitag 10:00 – 17:00 Uhr, Samstag 10:00 – 17:00 Uhr, Sonntag 9:30 – 15:30 Uhr |
Supervisionen: Montag und Dienstag 10:00 – 18:00 Uhr


